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Kart Aufbau

 

Obwohl das Fahrzeug relativ klein ist, so ist es doch ein Renngerät mit ungeahnten Möglichkeiten. Die Kurvengeschwindigkeiten und die Fliehkräfte sind durch die enorme Bodenhaftung beachtlich hoch.

Das Fahrzeug ist von den Anzahl Teilen überschaubar. Die "äusserlich geringe Komplexität" täuscht über die Mögichkeiten in Bezug auf die Abstimmung. Doch sei an dieser Stelle erst einmal der Aufbau beschrieben. Allerdings ist eine umfassende Beschreibung bereits buchfüllend, weshalb wir zugunsten des Überblicks uns auf die wichtigsten Aspekte beschränken.

Damit man überhaupt ein solches Rennfahrzeug auf eine Strecke und den Fahrer abstimmen kann, braucht es gross Portion Wissen über die Funktionen dieser Kartelemente. Deshalb ist für Einsteiger das Studium von entsprechender Literatur sicherlich zu empfehlen.

Literaturhinweis: "Rennfahrzeug-Dynamik" von Dominic Liebel

 

Hier die wesentlichen Kartelemente:

  • MaranelloDas Chassis
  • Die Hinterachse
  • Die Vorderachse (die Achsschenkel)
  • Die Lenkung und Lenkgeometrie
  • Der Sitz und die Sitzposition
  • Die Reifen und die Felgen
  • Der Motor mit dem Antrieb
  • Der Benzintank
  • Die Stabilisatoren

 

Das Chassis:

MaranelloDieses hat verschiedene wichtige Funktion zu erfüllen: Den Sitz bzw. den Fahrer tragen, Radaufhängung ermöglichen, Kräfte aufnehmen und verteilen und es soll sich während der Kurvenfahrt "verwinden", damit das kurveninnere Hinterrad angehoben und damit entlastet wird. Der Grund dafür liegt in der hinteren Starrachse, welche ohne diese Verwindung zu einem Blockieren der Hinterräder und den Kart über die Vorderräder geradeaus schieben würde. Durch die Materialwahl, die Rohrdurchmesser, Wandstärke, Rohrform und die grundsätzliche Konstruktionsweise kann das Fahrverhalten stark beinflusst werden.

So gibt es denn auch viele verschiedene Philosophien über die Konstruktionsweise und eben so viele Fabrikate von Kartchassis.

 

Die Hinterachse

Wie das Bild auch schon zeigt, ist die Achse nicht nur Starr d.h. durchgehend und ohne Differenzial, sie ist auch Träger von vielen Anbauteilten.

  • MaranelloDurchmesser: bei Junioren und Elite durchwegs 50mm Längen: 1040 mm, es gibt auch kürzere Ausführungen: weich, mittel und hart (verschiedene Wandstärken und Materialien)
  • Lagerung: 3-fach, Motorseite zwei, Bremsseite ein Lager
  • Antrieb: vom Ritze direkt auf der Kurbelwelle über Zahnkranz auf der Achse
  • Bremse: Bremsscheibe fest auf der Achse, Bremszange am Chassis fixiert
  • Radaufnahme: über verschieden lange und starke Radsterne (Hubs)

Funktionen:

  • Übertragung von Vortriebs- und Verzögerungskräften
  • Radaufhängung mit Abstimmungsmöglichkeiten
  • Durchbiegung in gewissen Grenzen zulassen (Element der Abstimmung)
  • Verstellmöglichkeit von Spurweite und Bodenfreiheit

 

Vorderachse und Lenkgeometrie

Die Elemente der Vorderachse:

  • 2 Achsschenkel, die jweils über eine Spurstange mit der Lenksäule verbunden sind die Lenkzentrumachse (Drehpunkt des Achsschenkels) die Radaufnahme ist jewils ca. 100 - 140mm vom der Lenkzentrumachse entfernt
  • 2 Radsterne zur Radbefestigung (bei 125 ccm), diese gibt es in verschiedenen Längen und den Distanzscheiben vor den Radsternen auf dem Achsschenkel (Element der Abstimmung)
  • Verschiedene Excenterscheiben oben und unten auf der Lenkzentrumsachse (Einstellmöglichkeit von Sturz, Spreizung und Nachlauf)
  • Distanzscheiben auf der Lenkzentrumsachse (Einstellung der Chassishöhe bzw. der Bodenfreiheit)

 

Funktionen der Vorderradaufhängung:

Der Vorderradaufhängung kommt nebst der Lenkfunktion noch eine weitere Aufgabe zu. Sie ist nämlich hauptverantwortlich, dass beim Einlenken das hintere Innenrad angehoben und somit entlastet wird. Dies wird dadurch erreicht, dass die Lenkzentrumsachse einen positiven Nachlauf hat (Schrägstellung der Achse). Dadurch senkt sich das kurveninnere Vorderrad ab und das Äussere wird angehoben. Nun wird das Chassis zum Verwinden gebracht (es kann Arbeiten). Die Einstellung und die Beeinflussung zugunsten eines besseren Fahrverhaltens ist ziemlich komplex.

 

Vorderradbremsen:

Die meisten Karts haben nur eine Bremse auf der Hinterachse. In gewissen Kategorien der Elitefahrer wird mit Vorderradbremse gefahren. Diese wird über einen separaten "Handbremshebel" am Lenkrad betätigt. Dadurch wird zwar der Bremsweg verkürzt, jedoch braucht es viel Übung, bis diese Bremstechnik beherrscht wird.

 

Begriffe der Lenkgeometrie:

  • Die Spur: im Kartsport meist mit Nachspur (= vorne läuft die Spur auseinander)
  • Die Spurweite: Differenzmass zwischen den vorderen Reifen
  • Der Sturz: vertikale Schrägstellung der Vorderräder (positiver oder negativer Sturz - Kart neutral oder negativ = "unten offen")
  • Der Nachlauf: Schrägstellung der Lenkzentrumsachse (im Kartsport immer positiv, also nach hinten geneigt)
  • Die Spreizung
  • Der Lenkrollradius
  • Die Ackermannbedingung mit Spurdifferenzwinkel:

 

Stabilisatoren

 

Sitz mit Stabis

Der Sitz muss dem Faherer einen festen Halt bieten, ansonsten dieser sich derart kräftig mit den Händen am Lenkrad festhalten muss, dass er nur wenige runden durchhält. Das bedeutet, dass der Fahrer zwischen den Seitenflanken des Sitzes etwas festklemmen muss. Der Fahrer muss unbedingt den Sitz ausprobieren, damit er aus den verschiedenen Sitzformen und Grössen den für ihn passenden aussucht.

 

Weitere Funktionen:

Der Sitz muss dem Fahrer das Gefühl für die Strecke vermitteln, deshalb wird eher ein Sitz ohne Polsterung empholen. Mit dem Sitz kann das Chassis sehr gut versteift werden. Hierzu werden seitlich weitere Stabilisatoren angebracht oder eben auch entfernt. Durch die Versteifung wird hinten mehr Grip aufgebaut.

 

Materialien der Sitze:

Die meisten Sitze sind aus GFK (Glasfaserverstärkter Polyeser-Kunstoff). Diese sind genügend stark und weisen die nötigen Eigenschaften auf. Soll der Sitz allerdings leichter sein, so gibt es auch noch Sitze aus Carbon und Carbon-Kevlar.

 


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