Obwohl das Fahrzeug relativ klein ist, so ist es doch ein Renngerät mit ungeahnten Möglichkeiten. Die Kurvengeschwindigkeiten und die Fliehkräfte sind durch die enorme Bodenhaftung beachtlich hoch.
Das Fahrzeug ist von den Anzahl Teilen überschaubar. Die "äusserlich geringe Komplexität" täuscht über die Mögichkeiten in Bezug auf die Abstimmung. Doch sei an dieser Stelle erst einmal der Aufbau beschrieben. Allerdings ist eine umfassende Beschreibung bereits buchfüllend, weshalb wir zugunsten des Überblicks uns auf die wichtigsten Aspekte beschränken.
Damit man überhaupt ein solches Rennfahrzeug auf eine Strecke und den Fahrer abstimmen kann, braucht es gross Portion Wissen über die Funktionen dieser Kartelemente. Deshalb ist für Einsteiger das Studium von entsprechender Literatur sicherlich zu empfehlen.
Literaturhinweis: "Rennfahrzeug-Dynamik" von Dominic Liebel
Das Chassis
![]()
Dieses hat verschiedene wichtige Funktion zu erfüllen: Den Sitz bzw. den Fahrer tragen, Radaufhängung ermöglichen, Kräfte aufnehmen und verteilen und es soll sich während der Kurvenfahrt "verwinden", damit das kurveninnere Hinterrad angehoben und damit entlastet wird. Der Grund dafür liegt in der hinteren Starrachse, welche ohne diese Verwindung zu einem Blockieren der Hinterräder und den Kart über die Vorderräder geradeaus schieben würde. Durch die Materialwahl, die Rohrdurchmesser, Wandstärke, Rohrform und die grundsätzliche Konstruktionsweise kann das Fahrverhalten stark beinflusst werden.
So gibt es denn auch viele verschiedene Philosophien über die Konstruktionsweise und eben so viele Fabrikate von Kartchassis.
Wie das Bild auch schon zeigt, ist die Achse nicht nur Starr d.h. durchgehend und ohne Differenzial, sie ist auch Träger von vielen Anbauteilten.
Durchmesser: bei Junioren und Elite durchwegs 50mm
Längen: 1040 mm, es gibt auch kürzere
Ausführungen: weich, mittel und hart (verschiedene Wandstärken und Materialien)
Die Elemente der Vorderachse:
2 Achsschenkel, die jweils über eine Spurstange mit der Lenksäule verbunden sind
die Lenkzentrumachse (Drehpunkt des Achsschenkels)
die Radaufnahme ist jewils ca. 100 - 140mm vom der Lenkzentrumachse entfernt
Der Vorderradaufhängung kommt nebst der Lenkfunktion noch eine weitere Aufgabe zu. Sie ist nämlich hauptverantwortlich, dass beim Einlenken das hintere Innenrad angehoben und somit entlastet wird. Dies wird dadurch erreicht, dass die Lenkzentrumsachse einen positiven Nachlauf hat (Schrägstellung der Achse). Dadurch senkt sich das kurveninnere Vorderrad ab und das Äussere wird angehoben. Nun wird das Chassis zum Verwinden gebracht (es kann Arbeiten). Die Einstellung und die Beeinflussung zugunsten eines besseren Fahrverhaltens ist ziemlich komplex.
Die meisten Karts haben nur eine Bremse auf der Hinterachse. In gewissen Kategorien der Elitefahrer wird mit Vorderradbremse gefahren. Diese wird über einen separaten "Handbremshebel" am Lenkrad betätigt. Dadurch wird zwar der Bremsweg verkürzt, jedoch braucht es viel Übung, bis diese Bremstechnik beherrscht wird.
![]()
Der Sitz muss dem Faherer einen festen Halt bieten, ansonsten dieser sich derart kräftig mit den Händen am Lenkrad festhalten muss, dass er nur wenige runden durchhält. Das bedeutet, dass der Fahrer zwischen den Seitenflanken des Sitzes etwas festklemmen muss. Der Fahrer muss unbedingt den Sitz ausprobieren, damit er aus den verschiedenen Sitzformen und Grössen den für ihn passenden aussucht.
Der Sitz muss dem Fahrer das Gefühl für die Strecke vermitteln, deshalb wird eher ein Sitz ohne Polsterung empholen. Mit dem Sitz kann das Chassis sehr gut versteift werden. Hierzu werden seitlich weitere Stabilisatoren angebracht oder eben auch entfernt. Durch die Versteifung wird hinten mehr Grip aufgebaut.
Die meisten Sitze sind aus GFK (Glasfaserverstärkter Polyeser-Kunstoff). Diese sind genügend stark und weisen die nötigen Eigenschaften auf. Soll der Sitz allerdings leichter sein, so gibt es auch noch Sitze aus Carbon und Carbon-Kevlar.